Kalter Krieg : Der Kalte Krieg: Eine neue Geschichte

Der Kalte Krieg: Eine neue Geschichte

EUR 12,95


Ein echter Gewinn - Schon nach den ersten Seiten ist man gefesselt von der Fülle der Informationen und Zusammenhänge, die Geschichte verständlich und nachvollziehbar machen. Der Anfang ist eine Sensation! Der Mittelteil lähmt durch seine etwas zu breite Darstellung der Ideologien des Sowjet- und Mao-Kommunismus. Was schmerzlich vermißt wird ist die genauere Aufarbeitung des Kubakrise sowie des Indochina- und Vietnamkrieges. Die Entwicklungen in China nach Mao sind gut und lesbar dargestellt, ebenfalls die Ereignisse der 80er Jahre. Spannend liest sich die Geschichte des November 1989 um den Fall der Berliner Mauer und des Zerfalls der UdSSR.

Ausgezeichnet - Politik wird von Personen getragen, und sie sind es, die in diesem Buch im Mittelpunkt stehen. Im Kontext der historischen Ereignisse insbesondere des frühen 20. Jahrhunderts entwirft der Autor ein umfassendes Bild der weltpolitischen Lage nach dem Zweiten Weltkrieg, wobei durch die Fokussierung auf die Persönlichkeiten anstatt der blanken zeitgeschichtlichen Tatsachen die Darstellung besondere Lebendigkeit erfährt.Von Roosevelt, Churchill und Stalin und der Etablierung der jeweiligen Einflusssphären bis zu Papst Johannes Paul II. und seinem Beitrag zur politischen Wende in Polen und letztlich Helmut Kohl als Wiedervereinigungskanzler wird der Bogen gespannt. Und dies auf sehr ausgewogene Weise, was durchaus an der Betrachtung Richard Nixons abzulesen ist, der letztlich weder an der Sowjetunion oder am internationalen Kommunismus scheiterte, sondern vielmehr an der amerikanischen Verfassung, wobei Nixon letztlich schmerzhaft erkennen musste, dass auf Basis einer freien Demokratie auch ein US-Präsident nicht über dem Gesetz stehen kann.Beeindruckend ist, auf welche nahezu absurde Weise die Supermächte durch lokale Machthaber und vergleichsweise Kleinstaaten wiederholt in Konfrontationspositionen manövriert wurden, um der verqueren Logik des Kalten Krieges folgend gegenüber dem Gegner keine Schwäche zu zeigen. Dass dabei die Welt als ganze über Jahrzehnte hinweg unter der Androhung des MAD-Prinzips (Mutual Assured Destruction) als Geisel gehalten wurde, ist ebenso aufrüttelnd wie erschreckend, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Sowjetunion noch 1983 einen Überraschungsangriff durch die USA für absolut möglich, wenn nicht sogar für unmittelbar bevorstehend gehalten hat.Insgesamt ein ausgezeichnetes Werk!

Sehr gut zu lesen - und zu verstehen! - Der Kalte Krieg von Gaddis ist das erste Buch, welches ich zum Kalten Krieg gelesen habe. Es ist sehr gut lesbar und bietet einen optimalen Überblick über die Geschichte vom 2. Weltkrieg bis zur deutschen Wiedervereinigung, also dem Ende des Kalten Krieges. In diesem Buch beschäftigt sich der Autor nicht vordergründig mit der deutschen Geschichte, sondern mit dem Kalten Krieg an sich, also nicht missverstehen!Der einzige Makel ist, meiner Meinung nach, dass an manchen Stellen Gaddis Herkunft durchschimmert (er ist Amerikaner) und die Fehler der Sowjetunion schärfer kritisiert als die der USA. Naja, die Amis halt ,-) Dies ist allerdings nicht weiter schlimm, da er trotzdem sachlich bleibt, was man von einem renomierten Wissenschaftler wohl nicht anders erwarten kann.Wer sich also für den Kalten Krieg und alles, was mit dem Thema in Verbindung steht, interessiert, der wird hier wohl nicht enttäuscht werden! Auch gut geeignet für das Zentralabitur, ist ja Stoff der 13! Also viel Spaß!

Der Schwanz wackelt mit dem Hund - Eine gut zu lesende, flüssig, ich meine sogar spannend geschriebene Geschichte des Kalten Krieges! Obwohl ich zuvor schon ein weiteres aktuelles Werk zu diesem Thema gelesen hatte (Der Kalte Krieg 1947-1991: Geschichte eines radikalen Zeitalters) und sich naturgemäß Vieles überschneidet, erwies sich Gaddis Buch als äußerst interessant. Im Unterschied zu Stöver konzentriert sich Gaddis Darstellung enger auf das Verhältnis zwischen den USA und der UDSSR und die handelnden Personen. Bemerkenswert erscheinen mir Gaddis Gedanken zur Frage der Legitimität und Moral verdeckter Aktionen - sicher wäre interessant, was er zur gegenwärtigen Politik der USA zu sagen hätte.PS: Und was ist mit dem Schwanz, der mit dem Hund wackelt? Gaddis muß diese Metapher lieben, denn er verwendet sie gleich mehrmals. Der Schwanz ist der kleine, fast unbedeutende Bündnispartner, der seine Großmacht, den Hund, zu politischen oder militärischen Maßnahmen erpressen konnte, die er ohne das Gefangensein der Supermächte im Kalten Krieg kaum hätte durchsetzen können.

Große Empfehlung! - Gaddis Darstellung des Kalten Krieges ist nicht nur sehr gut lesbar, womit er sich wohltuend von anderen Darstellung abhebt, sondern besticht auch durch enorme Sachkenntnis und basiert auf umfangreichem Literatur- und Quellenstudium. Wer immer einen Einstieg in das Thema sucht oder vorhandenes Wissen erweitern will ist mit dem Buch sehr gut bedient. Deutsche Leser werden vielleicht nicht mit allen seinen Urteilen konform gehen, beispielsweise was die Bedeutung Ronald Reagans für das Ende des Kalten Krieges betrifft, dennoch ist Gaddis Argumentation stets schlüssig und wohl begründet.




Der Kalte Krieg: Eine neue Geschichte